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Planung · GIS und Vermessung

QGIS oder ArcGIS.Welches GIS passt ins Büro?

QGIS ist quelloffen, kostenfrei und läuft lokal auf Windows, macOS und Linux. ArcGIS Pro von Esri ist kommerziell und Teil einer Plattform, die Desktop, Cloud (ArcGIS Online) und selbst gehostete Server (ArcGIS Enterprise) verbindet. Beide decken Kartografie, Geoanalyse und Digitalisierung ab. Der Unterschied liegt in Lizenzmodell und Support, in der Tiefe der Cloud-Anbindung und darin, wie Sie Plugins beziehungsweise Erweiterungen einsetzen. Für den Umstieg aus einer gewachsenen lokalen Umgebung zählt vor allem, ob Ihre Formate verlustfrei laufen.

Kurz beantwortet · Stand September 2026
Zwei Monitore mit QGIS und ArcGIS Pro nebeneinander, Karten und Sachdatentabellen
QGIS und ArcGIS Pro lösen ähnliche Aufgaben, unterscheiden sich aber in Lizenz, Cloud und Support.

01  Gegenüberstellung

Kriterien nebeneinander gelegt.

KriteriumQGISArcGIS Pro
HerstellerQGIS.org (OSGeo-Projekt)Esri
LizenzOpen Source, kostenfrei (GNU GPL)Kommerziell, benannte Nutzer im Abonnement
BetriebssystemWindows, macOS, LinuxWindows
HostingLokal; Servervarianten möglichLokal plus ArcGIS Online (Cloud) und ArcGIS Enterprise (selbst gehostet)
ErweiterbarkeitPlugins, Python (PyQGIS)Erweiterungen, Python (ArcPy), ModelBuilder
FormateGeoPackage, Shapefile, GeoTIFF, DXF, GML, WMS/WFS über GDAL/OGRFile Geodatabase, Shapefile, GeoTIFF, DXF/DWG, OGC-Dienste
SupportCommunity, kommerzielle Dienstleister, bezahlter Support optionalHerstellersupport im Rahmen der Lizenz
Typischer EinstiegSofort ladbar, keine LizenzkostenLizenz und Konto über Esri erforderlich

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02  Praxis

Wo die Unterschiede im Alltag spürbar sind.

Beim Kartieren und Analysieren nehmen sich beide Programme wenig. Sie digitalisieren Geometrien, verknüpfen Sachdaten, rechnen Puffer und Verschneidungen und erzeugen druckfertige Pläne. QGIS punktet mit dem freien Zugang: Sie laden es herunter, installieren es lokal und legen los, ohne Lizenzverwaltung. Die Funktionsbreite wächst über Plugins, die eine große Community pflegt. Wer Support mit fester Ansprechstelle braucht, kann diesen bei spezialisierten Dienstleistern hinzukaufen.

ArcGIS Pro spielt seine Stärke aus, wenn Sie über den Desktop hinausdenken. Karten und Daten lassen sich über ArcGIS Online als Web-Karte teilen oder in einem selbst gehosteten ArcGIS Enterprise vorhalten. Für Büros, die Auftraggebern interaktive Karten zeigen oder im Team auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten, ist diese Durchgängigkeit ein sachliches Argument. Der Preis dafür ist ein Abonnement und die Bindung an das Windows-Betriebssystem.

Für die Bauleitplanung ist der Umgang mit XPlanGML nach dem Standard XPlanung entscheidend. Beide Welten binden dieses Format nicht zwingend ab Werk ein, sondern häufig über zusätzliche Plugins oder Erweiterungen. Gleiches gilt für den Import amtlicher Liegenschaftsdaten im NAS-Format aus ALKIS. Klären Sie vor der Entscheidung, welches Zusatzwerkzeug Sie brauchen und ob es gepflegt wird.

03  Entscheidung

So gehen Sie die Wahl an.

  1. Formate festhalten

    Listen Sie auf, was Sie einlesen und liefern müssen: DXF/DWG, XPlanGML, ALKIS-NAS, OGC-Dienste wie WMS und WFS. Diese Liste ist Ihr wichtigstes Auswahlkriterium.

  2. Hosting klären

    Entscheiden Sie, ob alles lokal auf dem eigenen Server bleibt oder ob Sie Karten über die Cloud teilen wollen. Das trennt QGIS und ArcGIS Online am deutlichsten.

  3. Mit echten Daten testen

    Laden Sie einen realen Projektdatensatz in beide Programme und prüfen Sie Import, Bearbeitung und Export. Achten Sie auf Verluste bei Geometrie und Sachdaten.

  4. Support und Team bewerten

    Klären Sie, wer im Büro das GIS pflegt und ob Sie festen Herstellersupport brauchen. Rechnen Sie Lizenz-, Schulungs- und Betriebsaufwand zusammen.

  5. Parallel starten

    Ein GIS schließt das andere nicht aus. Sie können mit QGIS beginnen und ArcGIS Pro für bestimmte Aufgaben ergänzen, da beide Shapefile, GeoTIFF und OGC-Dienste unterstützen.

04  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Ist QGIS wirklich kostenlos?

Ja. QGIS ist quelloffene Software unter der GNU GPL und kostenfrei nutzbar, auch gewerblich. Kosten entstehen nur, wenn Sie Schulung, Anpassung oder bezahlten Support bei einem Dienstleister beauftragen. ArcGIS Pro ist dagegen ein kommerzielles Produkt mit Abonnement über Esri.

Kann ich Daten zwischen QGIS und ArcGIS austauschen?

In der Regel ja. Beide unterstützen verbreitete Formate wie Shapefile, GeoPackage, GeoTIFF und OGC-Dienste wie WMS und WFS. Damit lassen sich Daten in beide Richtungen austauschen. Prüfen Sie bei komplexen Datenmodellen und bei der File Geodatabase von Esri, ob alle Attribute erhalten bleiben.

Welches GIS eignet sich für XPlanung?

Beide Systeme können XPlanGML verarbeiten, meist über zusätzliche Plugins oder Erweiterungen und nicht zwingend ab Werk. Entscheidend ist, welches Zusatzwerkzeug für Ihren Anwendungsfall verfügbar und gepflegt ist. Testen Sie den Im- und Export mit einer echten XPlanGML-Datei, bevor Sie sich festlegen.

Quelle: GWB, VgV, UVgO in der geltenden Fassung; Delegierte Verordnungen (EU) 2025/2150–2152 (Schwellenwerte 2026/2027); Bekanntmachungsservice oeffentlichevergabe.de; eigene Auswertung der offenen Bekanntmachungsdaten, August 2026. Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.

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